Augenarztpraxis Dr. med. Reinke-Ziemssen

Medizinische Themen

In diesem Bereich informieren wir Sie zu aktuellen Themen der medizinischen Forschung.

- Sport mit Kontaktlinsen

Kontaktlinsenpflege, Stoffwechselprodukte

Zwei Drittel aller Probleme bei Kontaktlinsenträgern entspringen Fehlern bei der Reinigung und Desinfektion von Kontaktlinsen. Der Verschmutzungsgrad von Kontaktlinsen, die im Sport getragen werden, ist im allgemeinen erheblich höher als der sonstiger Linsen. Daher ist hier bestmögliche Pflege und Hygiene erforderlich. Nach mechanischer Reinigung sind 3%ige Wasserstoffperoxid-Lösungen bei Weichlinsen, unter bestimmten Bedingungen auch bei Hartlinsen, zur Desinfektion zu verwenden, bei Langzeitaufbewahrung (z.B. von Zweitlinsen oder Anpass-Satzlinsen) mit Schwermetallzusatz (z.B. Silber). Während Proteinentfernungen Pflicht sind, bedarf es oft auch der Reinigung mit Tensiden sowie der Beseitigung von Lipiden. Dies gilt sowohl für herkömmliche Jahres-Weichlinsen als auch für Austauschsysteme.

Die meisten Pflegeprobleme von Austauschsystemen im Sport gehen auf das Konto von All-in-One Lösungen. Sie haben nicht gegen alle Keime eine ausreichende Wirkung. Die zweithäufigste Problematik bei Sport-Kontaktlinsen entsteht durch Stoffwechselstörungen. Nährstoffmangel (während Langzeitbelastungen) oder Sauerstoffmangel mit nachfolgender Säuerung (bei Schnelligkeit-Disziplinen) sind die Auslöser von Epithel-, Stroma- und Endothelreaktionen bis hin zu Hornhautödemen.

Sauerstoffmangel kann schon in Ruhe unter einer wenig gasdurchlässigen Weichlinse an der vom Oberlid bedeckten Hornhaut bei 12 Uhr entstehen. Hartlinsen-Schäden in Form von Noppen bei 3 und 9 Uhr entstehen vor allem bei Hallensportarten durch Trockenheit.

Quelle: Dr. med. D. Schnell, Augenarzt

Augenklinik des akademischen Lehrkrankenhauses der Universität Bonn im Kreiskrankenhaus Waldbröl

in: Z. prakt. Augenheilkd. 23: 213-220 (2002), S. 213ff.

- Chronische Konjunktivitiden

Hier Follikel, dort Papillen

Mit der Epidemica leicht zu verwechseln ist die akute Chlamydieninfektion, die klinisch praktisch nicht von einander zu unterscheiden sind. Ältere Chlamydieninfektionen führen zu einer makrofollikulären Konjunktivitis, die R. Sundmacher und T. Reinhard im Zusammenhang mit chronischen Bindehautentzündungen vorstellten. Unabdingbar bei der Diagnose dieses Komplexes ist das Wissen darum, wie man Follikel von Papillen der Bindehaut differenziert.

Follikel: Von Gefäßnetz überzogen

Follikel imonieren an der Spaltlampe als zentral avaskuläre Gebilde, die von einem Gefäßnetz umspannt werden. Hisopathologisch bestehen die Follikel neben einem Ödem vor allem aus Ansammlungen von Lymphozyten und Fibroblasten, lokalisiert sind sie – bei überwiegend jungen Patienten – in der oberen tarsalen Bindehaut sowie im unteren und oberen Fornix. Neben Chlamydien in der Vergangenheit gehören vor allem ältere Infektionen mit Adeno-, HSV- und Eppstein-Barr-Viren zu ihren Auslösern.

Papillen: Mit zentralem Blutgefäß

Papilläre Veränderungen der Bindehaut hingegen – bei einer Größe von mehr als einem Millimeter spricht man von „gigantopapillären“ Befunden – zeichnen sich an der Spaltlampe durch zentral fibrovaskuläres Gewebe aus.Histopathologisch imponiert neben dem Ödem vor allem die Dominanz polymorphkerniger Leukozyten, die bevorzugte Lokalisation der Papillen ist der Limbus sowie die tarsale Bindehaut. Papillen regulärer Größe sind nach chronisch bakteriellen Infektionen, vor allem mit Neisserien, Staphylokokken und Streptokokken zu sehen sowie bei Fremdkörperreaktionen, als deren Auslöser Kontaktlinsen, Nahtmaterial und Prothesen fungieren können. Mit einer gigantopapillären Bindehautentzündung ist nach Conjunctivits vernalis und bei Fremdkörperreaktionen von (latenten) Atopikern zu rechnen.

In Zweifelsfällen hilft die Zytologie

Es sind – so unterstrich R. Sundermacher – stets die akuten und kaum jemals die chronischen Konjunktivitiden, die den Augenarzt bei der Differentialdiagnose vor Probleme stellen. Deren Unterscheidung in papilläre, follikuläre oder vernarbende Formen sollte an der Spaltlampe wenig Probleme bereiten. Als eine der wichtigsten Diagnosehilfen bei der chronischen Konjunktivits hob Sundmacher die Zytologie mit einer einfachen HE-Färbung hervor. Eine Ansammlung von Leukozyten im Präparat, der klassischer Eiter, ist ein eher unspezifischer Hinweis auf eine bakterielle Konjunktivitis. Ein primär von Lymphozyten dominiertes mikroskopisches Bild deutet auf eine virale Infektion hin, ein Mischbild mit Makrophagen auf einen Befall mit Chlamydien.

Treten Eosinophile in großer Quantität auf, kann dies als Hinweis auf eine Atopie, eine Konjunktivitis bei endogenem Ekzem gewertet werden. Zusätzliche diagnostische Schritte sind der Abstrich, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), die besonders bei Adenoviren und Herpes-simplex-Viren sehr effizient ist sowie der ELISA-Test, der sich ebenfalls zum Nachweis einer Infektion mit Adenoviren eignet. Seine Sensitivität liegt mit 60-70% allerdings unter der einer PCR (90-100%). Das Anlegen einer Viruskultur hat nur eine etwa 30%ige Sensitivität und außerdem den Nachteil der langen Dauer bis zum Vorliegen des Ergebnisses.

Quelle: Z. prakt. Augenheilkd. 23: 221-228 (2002), S. 228.

- Glaukom - vielen ist die Gefahr nicht bewusst

Immer noch wird eine der häufigsten Erblindungsursachen unterschätzt. In den vergangenen Jahren wurde in den Medien immer häufiger über eine Krankheit berichtet, die bislang wenig Platz im öffentlichen Bewusstsein hatte: Glaukom. Das früher auch "Grüner Star" genannte Leiden - ein überkommener Begriff, der leicht zur Verwechslung mit dem Grauen Star, der Linsentrübung, führte - stand in den Zeitungen, Magazinen und im Fernsehen lange im Schatten anderer, die Menschen bewegender Erkrankungen, wie Krebs, Aids oder Alzheimer.

Inzwischen haben sich Augenärzte, Journalisten und der Initiativkreis zur Glaukom-Früherkennung bemüht, ein "Glaukom-Bewusstsein" in der Bevölkerung zu schaffen. Ziel dieser Öffentlichkeitsarbeit ist es, die Menschen zur regelmäßigen Inanspruchnahme der Früherkennung zu motivieren und diese harmlose und schmerzfreie augenärztliche Untersuchung eine Selbstverständlichkeit werden zu lassen, wie es der halbjährliche Besuch beim Zahnarzt ist - oder sein sollte.

Unbemerkt geht der Sehnerv zugrunde

Und doch: immer noch gibt es eine große Zahl von Menschen, die am Glaukom erkranken und sich dessen nicht bewusst sind. Man schätzt, dass die Hälfte aller Betroffenen nichts von ihrem Leiden weiß. Folglich dürfte die Dunkelziffer annähernd der Zahl der Patienten entsprechen, die auf 500.000 bis 800.000 geschätzt wird. Geht ein Betroffener erst im Spätstadium der Krankheit zur Untersuchung, liegen meist bereits irreparable Schäden am Sehnerv vor. Unerkannt und unbehandelt kann das Glaukom zur vollständigen Erblindung führen. In den Erblindungsstatistiken nimmt es - zusammen mit zwei Netzhauterkrankungen, der Makulopathie und der diabe-tischen Retinopathie - einen Spitzenplatz ein.

Vor diesem Schicksal möchten wir Sie und Ihre Familie schützen. Unsere Bitte: Gehen Sie zur Glaukom-Früherkennungsuntersuchung, vor allem, wenn Sie zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören! Weisen Sie auch Ihre Angehörigen und Freunde auf die Gefahr hin - und auf die Chance, die uns die Fortschritte der modernen Augenheilkunde bieten.

Was genau ist ein Glaukom ?

Das Glaukom ist eine Erkrankung der Sehnerven, jener anatomischen Struktur, in der die Fortsätze der Sinnenszellen unserer Netzhaut gebündelt werden. Der Sehnerv leitet die wahrgenommenen Lichtimpulse in unser Gehirn weiter, wo sie verarbeitet werden - ein Prozess, den wir "Sehen" nennen. Beim Glaukom gehen die Fasern der Sehnerven allmählich zugrunde. Die Ursachen für dieses Absterben von Nervenzellen ist letztlich unbekannt. Was wir jedoch kennen und auch behandeln können, sind einige der wichtigsten Risikofaktoren. Einer von ihnen, ist ein erhöhter Augeninnendruck. Die Grenze wird bei 22 mm Hg gezogen. Wer ständig einen über diesen Wert erhöhten Augeninnendruck hat, sollte häufiger zur Kontrolluntersuchung gehen. Doch Vorsicht:

Ein Augeninnendruck von weniger als 22 mm Hg bedeutet längst nicht, zweifelsfrei gesund zu sein. Genauso wenig sind Menschen mit leicht oder mäßig erhöhtem Augeninnendruck automatisch krank. Die Frage, ob jemand an einem druckbedingten Glaukom leidet, hängt weniger von einem bestimmten Wert ab, als von der Fähigkeit des individuellen Sehnervs, einen bestimmten Druck noch aushalten zu können - und diese "Drucktoleranz" ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Ein weiterer, wichtiger Risikofaktor ist eine gestörte Durchblutung der hinteren Augenabschnitte. Bei Glaukomkranken können sich die Blutgefäße des Auges oft nicht den wechselnden Anforderungen schnell und effizient genug anpassen, Ärzte sprechen von einer gestörten Autoregulation. Diese Menschen können glaukomkrank sein, obwohl sie einen nach traditioneller Auffassung "normalen" Augeninnendruck haben!

Quelle: Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e.V.

Mehr dazu: http://www.glaukom.de

Weitere Informationen

finden Sie unter folgender Adresse des Berufsverbands der Augenärzte. http://www.augeninfo.de/patinfo/patinfo.php

 

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